Ecce Homo

Heribert Spitzauer, ein Dachauer Maler

Vielen Dachauern gilt der Maler Heribert Spitzauer als einer, der sie immer wieder für die Verbrechen im nahe gelegenen Konzentrationslager an den Pranger stellt. Tatsächlich spielt der Holocaust eine wichtige Rolle im Werk des Künstlers. Dabei geht es ihm nicht um Anklage, sondern darum, beim Malen vor allem von Köpfen seine eigenen Abgründen auszumessen.

 


Odysseus vor der Ausfahrt

Wieland Schmied über Giorgio de Chirico in München

In Delphi erfährt Odysseus, dass ihm eine lange Irrfahrt bevorsteht. Der junge Giorgio de Chiroco scheint ähnliches zu ahnen, als er 1906 von Athen nach München reist, um dort Maler zu werden, zum Begründer der Pittura Metafisica, zum Vorläufer des Surrealismus. Wieland Schmied, der der den Künstler Ende der 60er Jahren kennenlernte, berichtet im Gespräch Hermann Gfaller über die lebenslangen Einflüsse aus München.

 


 

Der Reiz des Unfertigen

Skizzen von Johann Georg Dillis: Der Reiz des Unfertigen

Johann Georg Dillis lebt im Umbruch vom Absolutismus zum Bürgertum. Loyal dient er dem bayerischen Herrscherhaus, verkehrt seit frühester Jugend in den adeligen Kreisen Münchens. Als Kunstberater erwirbt er der jungen Monarchie eine repräsentative Gemäldesammlung, für sich jedoch skizziert der Künstler die Landschaften und Menschen, die er liebt – und immer wieder Wolken.

 


 

Der Macho im Pelzmantel

Albrecht Dürer der Alten Pinakothek

Dürers Selbstporträt wirkt neben seinem großen Paumgartner Altar eher klein und dunkel. Man tritt unwillkürlich bis an die Absperrung heran, um die Details besser zu erkennen. Doch eine Glasscheibe schützt das Gemälde aus dem Jahr 1500. Wie nötig dieser Schutz ist, bewies das Säureattentat von 1988. Damals spritzte ein Besucher Säure auf fünf der sieben Dürergemälde in diesem Raum, das Selbstporträt wurde durch die Glasscheibe geschützt.




„Das Neue zeigt die Aktualität im Alten“

Chris Dercons Programm für das Haus der Kunst

Konfliktscheu ist Chris Dercon, der neue Direktor für das Haus der Kunst auf alle Fälle nicht. Er ist sich bewusst, das er ein Gebäude bezieht, in dem einst „entartete Kunst“ an den Pranger gestellt wurde. Seine Position: „Mauern tragen durchaus Schuld“. Dercon erläuterte zum Amtsantritt 2003 im Gespräch mit Hermann Gfaller, was das Münchner Publikum von ihm zu erwarten hat.

 


Von den Nibelungen zum Wachbauern

Eine Kulturreise durch Bayern

Die Nibelungen überqueren bei Ingolstadt die Donau, Kaiserin Sisi singt als Kind in Dachauer Wirtshäusern, Fussballer hüten das Buchheim-Museum und der Wachbauer ist "vom Malen wie besoffen". Hermann Gfaller unternimmt eine Kulturreise durch Bayern fernab der ausgetretenen Pfade.

 


weitere Texte