Digital Zen: Der Mensch in der digitalen Welt

Eine improvisierte Begegnung von Fluxus und Jazz


Ist individuelle Selbstverwirklichung in einer zunehmend digitalisierten Welt noch möglich? Um sich dieser Frage zu widmen hat Cyrus Achouri Digital Zen gegründet, die sich einer möglichen Antwort in einem anhaltenden Prozess annähert. Die aktion 2 fand am 29. Januar 2011 im Interim, München-Laim, statt.


In der Gruppe Digital Zen improvisieren zwei Jazz-Musiker (Gitarrist Cyrus Achouri und Schlagzeuger Martin Wieczorek) die Begegnung mit den an die Fluxus-Bewegung anschließenden Akionskünstler Wolfgang Spitzauer (Jonas) und Hermann Gfaller. Stand in der ersten Aktion von einem Jahr neben der Musik die Malerei und Kochen im Vordergrund der Aktion, so wurden dieses Mal fast im Geheimen Artefakte aus Papier produziert.

Als musikalische Basis dienten beeinflussbare Loops aus dem Laptop die den Musikern einen harmonischen Grundrythmus für ihre Kreativität bot. Das ungefähr einstündige Werk wurde zudem digital visualisiert. 

Cyrus Achouri und Martin Wieczorek

Im Spannungsfeld des weitgehend unsichtbaren Produktionsprozesses und der visualisierten Musik fahndeten die vier Künstler nach den Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Dabei wurde das Publikum provozierend sowohl abgestoßen als auch einbezogen. So sagt die Gebrauchsanweisung:

"die kunst kehrt dem publikum den rücken zu
das publikum ist das publikum

Elemente auf der Bühne
sind erkennbar

versuchen sie nicht sie zu verstehen
nehmen sie sie wahr, und belassen sie es dabei"

Diese Anweisung ist für ein kunstkonsumierenden Publikum schwer umsetzbar und setzt umso kreativere Interpretationsprozesse in Gang, der sich aus noch zu Hause fortsetzen kann, da die hinter den Säulen als Gabe für das Publikum produzierten Papierartefakte mitgenommen werden konnten. 


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