Zwischen Kunstgenuss und TV-Einerlei

Filmfest München: 26. Juni bis 4. Juli 2009

Mit rund 200 Filmen aus 30 Ländern lockt das Münchner Filmfest weniger die großen Stars auf den roten Läufer, als Couch-Potatoes vom Fernseher ins Kino. Aber auch Jungfilmer aus Bogota oder Peking kommen gern an die Isar.

Das Filmfest München umwirbt wie jedes Jahr um das breite Publikum. Hier lassen sich neue TV-Folgen (etwa Polizeiruf 110 mit dem eben verstorbenen Jörg Hube) schon ein Jahr vor der Ausstrahlung sehen, Retrospektiven, Preise und Open Air geben Gelegenheit mit bekannten Namen (Regisseure wie Jacques Tati, Stephen Frears und Michael Hanecke, Stars wie Jonny Depp oder Penelope Cruz) ebenso zu werben mit populären Filmen (Nackte Kanone und Blues Brothers etc.).

Jenseits des oft nostalgischen Starkults lockt aber vor allem der für München typische Blick in rund ferne Länder und deren Filmschaffen das Publikum in die fünf Festivalkinos. Die Entdeckerfreude erstreckt sich dabei wie nebenbei auf  neuer Talente und experimentelle Darstellungsformen. Denn tatsächlich ist München zwar nicht der große Treffpunkt der Stars, erweist sich  dafür aber mit seinen zwölf Preisen als Plattform und manchmal auch Sprungbrett für Jungfilmer.

Außerdem hat der Bayerische Rundfunk den Auftaktfreitag zum Tag der Filmmusik erklärt, der schon am Vortag mit einem Konzert des Rundfunkorchesters im Prinzregententheater eingeläutet wird. Eröffnet wird das Publikumsfestival mit dem furiosen Spektakel „The Imaginarium of Doctor Parnassus“ von Terry Gilliam. 


Die Veranstalter versprechen:
- Deutsche Rebellion und Komödien gegen die Krise. Zu sehen sind unter anderem Iris Berben als Ex-Terroristin und Otto Schily als Ex-Apo-Anwalt
- Skurrilitäten aus Bella Italia.
- Highlights und Neuentdeckungen aus USA, Frankreich, Lateinamerika und Fernost: Das Spektrum reicht von einem nie fertig gestellten Film mit Romy Schneider über einen Blick in den filmerischen Aufbruch Lateinamerikas bis zum Zusammenprall westlicher und östlicher Lebenshaltungen.
- Abendliches Freiluftchaos verursacht von Tati, den Blues Brothers, Laurel und Hardy und anderen.



Filmfest München 2011

Das wichtigste Thema:

Kinder sind die Helden. In unserer Welt müssen sie es sein.

In früheren Jahren:

2010: Jenseits von Bollywood
2009: TV-Vorschau und Kunst
2008: Anspielen gegen Fussball
2007: The Band's Visit
2007: J'attends quelqu'un
2007: Holunderblüte
2006: Winterreise
2004: Das Mädchen mit dem Perlenohrring